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Fragen Sie mich nach Jesus.

Ein netter Spruch für einen Koffer. Tatsächlich dachte ich darüber nach, den alten Bärtigen mit dem unsteten Blick nach Jesus zu fragen. Dumme Fragen hätte ich gefragt, dumm aber essenziell. Doch wären die Antworten unbefriedigend gewesen, nicht nur auf Grund des latent wahnsinnigen Zustandes des Bärtigen, sondern schon alleine deshalb, weil religiöse Fragen nur unbefriedigend beantwortet werden können, wenn man unwillig ist, Alles zu glauben, was einem das ach so komplizierte Leben erleichtern könnte.

Vor ein paar Jahren erlebte ich, wie eine damals gute Freundin von mir konvertierte. Und dann gleich zu den Katholiken, wenigstens kompromisslos. Zwar fällt es vollkommen in den Rahmen meiner Akzeptanz, egal ob sie an den christlichen Gott oder das fliegende Spaghettimonster glaubte, doch, da sie zu einem der Intelligenz nach brauchbarsten Menschen in meiner Umgebung zählte, dachte ich in meiner kindlichen Naivität, sie könne mir einen für mich einleuchtenden Grund nennen, Kirchensteuer zu zahlen, blindlings einer, meiner Meinung nach, negativ belasteten Organisation um den Vatikan zu vertrauen, die bewusste Verantwortung für den Lauf des eigenen Lebens ab zu legen und, sich auf Grund von fadenscheinigen Geschichten fadenscheinigen Idealen zu unterwerfen.

"Naja, an irgendwas muss ich ja glauben, oder?"

Äußerst unbefriedigend.

Leider erkannte ich, dass sie fleißig ist, nicht intelligent. Seitdem wird das sorgfältig geprüft.

...

Religion als Beginn eines Blogs, das erscheint mir seltsam unpassend. Genug gab es heute, über das ich mich hätte auslassen können, über Leute, die die schmale Grenze zwischen aus- und anlachen nicht begreifen, Kopfschmerzen standen heute auch hoch im Kurs; doch es war dieser Koffer, der sich spiegelverkehrt in meine Netzhaut brannte. ´susej hcan hcim eis negarf´. Das konnte ich nicht so stehen lassen.

[In Gedenken an die kindliche Melli, aus der wohl nie ein Freigeist wird.]

 

 

Aprospro: Es ist infantil, infantil als Synonym für kindisch zu benutzen.

3.6.09 00:04


Unglaublich passend.

...als ich auf einem Ohr den schönen Satz vernahm:

"Zwar ist der Sinn der umstrittenden Fernostreise nach wie vor nicht klar, doch kann unsere Elf nun wenigstens zufrieden mit einem Triumph über -wenauchimmer- in die Sommerpause gehen."

Ob der netten RTL-Sportreporterin klar war, dass sie damit das Gefühl einer ganzen Gesellschaft beschrieben hat? Wohl eher nicht...

Natürlich könnte ich jetzt ausführen, was ich damit meine, aber ich bin unlustig.

Und wer es so nicht versteht, leidet wohl an geistiger Inkonzinnität.

 

 

 (und nun ereilt mich die süße traurige Annahme, dass etwa 80% jener, die dies lesen, "Inkonzinnität" bei Wikipedia nachschlagen werden und, dass danach immer noch wenigstens 40% bleiben werden, die es nicht verstehen...)

3.6.09 21:31


Leihbaby...

...tolle Sache! Da ist dem Clown, der den ganzen Tag im Schrank bei RTL-sitzt, den sie peinigen, damit ihm die schönsten Niveaulosigkeiten einfallen, ja tatsächlich ein Meisterstück gelungen. Leider selber nicht gesehen, aber wozu muss man das auch, wenn sich sämtliche Medien damit befassen?

Meines Verständnisses nach ein Format, in dem Eltern ihre Blagen, die sie ja sowieso nicht wollten, an ein paar dauerbesoffene Jugendlichenpaare mit Leseschwäche, die im Grunde auch keine wollen, abgeben, so dass Letztere mal schauen können, wie das so ist, wenn man sich zu ungünstiger Zeit im Alkopoprausch der körperlichen Begierde hingibt.

Sinn? Nun ja, wie sonst könnte man dem Nachwuchs besser verständlich machen, dass er absolut unerwünscht ist, als ihn in die Hände von unverantwortlichen Fremden zu geben? Dazu gibt´s noch ´ne Woche Sonderurlaub, für die neuen Eltern ist es wiederum eine wunderbare Möglichkeit, sich in aller Öffentlichkeit zum Deppen zu machen. Wunderbar, was will man mehr? Es gibt keine Verlierer.

"Wenn du nicht aufisst, kommst du zurück zu RTL, du weißt, das ist mein Ernst, ich hab´s schon Mal getan, sieh dir nur die Narbe an deinem Hinterkopf an!"

Als großer Freund des Analogkäses kann ich da nur sagen: 

Beide Daumen hoch!

 

 

4.6.09 08:58


Was wäre, wenn...

"Du bist groß geworden."

Mehr fällt mir nicht ein. Aber es stimmt. Vielleicht liegt es daran, dass sie heute nicht mit den Füßen scharrt, dass sie sich heute nicht wegduckt, dass sie einfach nur da ist, gespenstig wie immer, dass sie die mir bekannten Fragen viel lauter stellt, als ich es gewohnt bin. Sie setzt erneut an;

"Was wäre, wenn..."

"Es gibt kein ´was wäre, wenn´, lass mich schlafen!"

"Aber was wäre, wenn..."

Ich hole aus, doch sie zuckt nicht nicht ein Mal. Könnte sie überlegen lächeln, sie würde es tun.

"Was wäre, wenn..."

"Solche Fragen sind vollkommen irrelevant."

"Und was wäre, wenn..."

"Nein."

"Und was wäre, wenn..."

"Nein!"

Sie ist tatsächlich groß geworden. Ich habe sie auch lange nicht mehr gesehen, daran wird es liegen.

 

 

8.6.09 08:13


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